Donnerstag, 30. Mai 2013

Blondierungen- der Modische Haarmord

Die Blondierung ist der Gräul ein jedes Langhaars: Durch Wasserstoffperoxid werden die Haare sozusagen "aufgebrochen", die Pigmente ausgebleicht und dann versucht das Färbemittel, die Haare wieder zusammenzubasteln-doof nur, das dass nur mit einem Teil der Verbindungen im Haar funktioniert.
Eine harte Wahrheit:


Blondierte Haare werden nicht länger wie Midback wachsen, und auch das ist nur mit robusten Haaren und sehr guter Pflege.

Es gibt zwar Ausnahmen, aber die sind verdammt selten. Und denkt nicht, dass ihr eine Ausnahme seien werdet! Blondierungen sind Mord-immer. Sie schädigen immer extrem stark, egal, wie oft der Hersteller auf die Packungen Floskeln wie "pflegende Öle" drucken lässt.
Nach einer Blondierung sind die Haare trocken wie die Wüste Gobi. Proteine wurden zerstört. Das Haar ist K.O. Und jetzt noch eine harte Wahrheit:

Auch wenn auf Shampoos, Spüulungen und Kuren das Wort "Repair" draufsteht: Kaputte Haare kann man nicht "reparieren". Das ist unmöglich, weil Haare totes Gewebe sind und sich folglich nicht regenerieren können.

Das einzige, was man tun kann, ist, mit Ölen zu kuren und, um Proteine wieder ins Haar zu bringen, mit Eiern und Joghurt zu kuren. Jede weitere Strapaze, egal ob Föhn, Glätteisen oder sonstwas führt bei den meisten Blondierten Haaren zu sofortigem Spliss und Haarbruch.
Mit dem kontrollierten Einsatz von Silikonen kann man Blondierleichen soweit zusammenkitten, dass sie überleben. Aber so gut aussehen wie vorher, werden einmal durch eine blondierung ruinierte Haare nie mehr.

Und, ganz ehrlich: Ein wirklich schönes Blond bekommt man damit eh nicht auf die Reihe. Was ich so sehe, das ist kein Blond, das ist gelb. Kein gelbblond, sondern gelb. Das hat die Ursache, dass in allen natürlichen Haarfarben ein rotes Pigment vorhanden ist, das stabiler ist als das andere, braunschwarze Pigment. Bei einer Blondierung wird das Braunschwarze Pigment komplett eleminiert, dass rote nur zum Teil. Ergebnis: Dotterblumengelb.

Also, eigentlich dürfte uns allen klar sein: Blondierung ist Haarmord, Haarmord, der zum Schluss quasi nie gut aussieht.

Trotzdem, das gefakte Blond ist moderner denn je. Man hat fast das Gefühl, jede zweite würde mittlerweile mit der Farbe herumlaufen. Klar, Blond, Blond, die Farbe von Ikonen wie Marilyn Monroe, von Stars und Sternchen, die Farbe, die so hell und klar strahlt... Und, ich gebe es ja zu, Marilyn Monroe sah mit ihrem Wasserstoffblond zwar immer etwas aufgetakelt und billig aus, aber trotzdem auch irendwie gut. Monroe-mäßig eben.
Aber dieser Monroe-Look gelingt eigentlich kaum jemandem, der zur Blonden Farbe greift: Bei vielen wirkt das Gesicht danach krebsrot, weil der kühlende Effekt einer dunklen Farbe fehlt. Andere wirken in falschem Blond langweilig und wieder andere einfach nur billig. Als ich neulich bei einer Freundin zu Beuch war, haben wir ein bisschen mit Photoshop herumgebastelt und uns eine virtuelle Blondierung verpasst-bei ihr wirke es aufgrund ihres dunklen Teins total unnätürlich und unpassend, bei mir wirkte es aufgrund meines sehr hellen Teints (ich habe extrem helle Haut) kontrastlos und langweilig.
Blond ist eine wundervolle Haarfarbe, wenn man sie denn von Natur aus hat. Schaut euch das wunderbare Blond von waldelfetraum an: So eine tolle Farbe!
Ich selbst bin laut Farbskala auch noch blond, bezeichne mich selbst aber im real life einfach als "dunkelhaarig", weil nach meinem Dunkelaschblond nur noch sehr wenige Schritte zu blauschwarz folgen. Ich gehöre auf jeden Fall eher in die "Dark Side"-die dunkle Seite *lol*, wenn es nach meiner Haarfarbe geht.

Der dunkle Ansatz ist das m.E optisch schrecklichste an einer Blondierung: Er wirkt einfach..Ua! An alle RauswachsenlasserInnen: Ganz viel Mut! Hoffentlich habe ich euch mit diesem Satz nicht demotiviert!

Und gerade dieser Ansatz scheint gerade modern zu werden, finden sich doch auf aktuellen H&M-Werbeplakaten Models mit blondiertem Haar und einem guten Zentimeter Ansatz!

War einer von euch schonmal eine künstliche Blondine? Wie fandet es ihr? Wie reagierte eure Umgebung? Wie ging es euren Haaren?


Kommentare:

  1. Mich hat die ganze Färberei nie wirklich interessiert. Auch wenn ich mein Braun bisweilen langweilig fand, habe ich mich damit sehr gut arrangiert und liebe mittlerweile den darin enthaltenen Rotschimmer und dass sie echt ins Rötliche gehen, je älter die Haarlis sind. Sprich die Spitzen sind enorm aufgehellt und rötlich und oben ists nach wie vor dunkelbraun. Das gefällt mir.

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  2. Huhu!
    Ich mag mein Aschblond auch sehr gerne. NHFs sind einfach immer optimal passend und diese Farblichen Veränderungen, die Du beschreibst, gehen ja beim Färben auch verloren. Das fände ich schade um meine kleinen, helleren Strähnen, die mir von Natur aus wachsen.
    Außerdem stelle ich es mir schrecklich vor, das es auf der Welt dutzende, ach was hunderte, Leute gibt, die die genau gleiche künstliche Haarfarbe wie man selbst auf dem Kopf tragen.
    Da bleibe ich doch lieber bei meinem Unikat: Meiner NHF. Gesünder für die Haare, die Umwelt (man denke daran, das chemische Haarfärbemittel nicht wirklich unbedenklich für Gewässer sind!), meinen Geldbeutel und alle vier Wochen nachfärben-die Zeit spare ich mir doch lieber ;-).
    LG,
    Aschblondine

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  3. Wunderschön geschrieben! Das mit den Strähnen habe ich mir auch schon gedacht und ich bin dankbar für meine einzigartige NHF und lasse mir da von gar keiner Industrie was sagen. Diesbezüglich bin ich eine gaaaaaaanz schlechte Konsumentin :) Da lass ich mich lieber von Dir anfixen, denn das ist nachhaltiger.

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  4. Hallo! Ich bin habe von Natur aus dunkelaschblondes Haar & liebe es/habe es immer geliebt. Im Sommer habe ich mich nach monatelangem Hin- und Herüberlegen dazu entschlossen, mein Haar vom Friseur (es sollte ja auf jeden Fall gut werden!) ein wenig heller färben zu lassen. Das asch sollte in jedem Fall erhalten bleiben. Das Resultat war dann, das ich (nach kostenfreier Korrektur am Folgetag) orange-gelbes Haar hatte, da die gute Frau anscheinend keine Ahnung von ihrer Arbeit hatte... Todunglücklich mit dieser Haarfarbe bin ich nun seit Monaten am drüberfärben um es wieder Schritt für Schritt aschig zu machen, da sich meine Ansatzfarbe ganz schrecklich mit der hässlichen neuen Farbe beißt! Und es ist wirklich wirklich schwierig! Das zeigt mir aber, dass es wichtiger ist eine schöne, natürliche Haarfarbe zu haben als ewig-endloses, langes Haar.

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  5. Sehr schöner Blog!
    Ich gebe dir recht - Blondierungen sind in der Regel Haarmord, gar keine Frage.
    Allerdings ist deine Behauptung, daß man mit Blondierung nur gelbliches nicht schönes Blond hinbekommt falsch.
    Es gibt leider viele schlechte Friseure und viele Menschen, die sich ihr Haar mit Billig-Blondierungen aus dem Supermarkt ruinieren - optisch und strukturell.
    Ich hatte lange Jahre (14 Jahre) blonde Strähnen die sehr hell aschblond waren und hatte nie einen Gelbstich, denn den hasse ich. Es sah natürlich aus und ich habe es nur 2 Mal im Jahr machen lassen. Ich hatte eine Super-Friseurin, die hatte selbst dezente blonde Strähnen und hüftlanges Haar. Meine Haare sind und waren fast Hüftlänge und weder abgebrochen noch porös. Dabei sind meine Haare nicht super dick. Es geht also schon das Blondieren ohne Gelbstich und Haarbruch.
    Ich habe das Blondieren aufgegeben wegen der Chemie die man mit der ganzen Färberei in den Körper aufnimmt, nicht wegen Haarproblemen.
    Richtig gemacht ist blondiertes Haar weder gelb noch brüchig. Wenn man sich allerdings die Billig-Blondinchen aus den Unterschichten-Privatsendern als Vorbild nimmt wie Daniela Katzenberger und andere, sowie deren Nachahmerinnen, die leider scharenweise mit Billig-Blond bzw. Plastik-Extensions durch die Gegend laufen - JA das Blond ist wirklich gruselig.
    Aber nur weil die Mehrheit der Mädels wie Porno-Models durch die Gegend läuft heißt das noch lange nicht, daß Blond häßlich ist. Es heißt nur, daß die Mehrheit der Mädels keinen Geschmack und miese Vorbilder hat.

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    1. japp, da kann ich nur zustimmen; es gibt auch sehr schönes Blond ohne diesen "Billigtouch". Mein Blond (9.1 mit 6 % Oxi) war auch immer schön und schön aschig aber eben auch "nachgeholfen". Jahrelang allerdings haben die Frisöre (Edel- und Normalfrisöre) meine Rotpigmente nicht in den Griff bekommen und ich sah oft orange-gelb aus. Wie oft ging ich todungglücklich und 120 Euro leichter aus dem Salon. Erst durchs Selberfärben (mit hochwertigen Frisörprodukten) hatte ich vor ca. einem Jahr "mein Blond" gefunden und dann hab ich mich über Pflege informiert und bin über silikonfreie Haarpflege auf Pflanzenhaarfarben gestoßen.

      Nach der Reinigungswäsche sah ich erst mal wie strapaziert meine Haare waren (das hatten die Silikonbomben aus dem Frisörbedarfladen kaschiert)

      Die vielen informativen Foren haben mich schließlich ermutigt, doch mal meine NHF auszuprobieren und das mit relativ unschädlicher Pflanzenhaarfarbe.

      Jetzt, wo ich mich entschieden habe zurück zu meiner Naturhaarfrbe (Mittel- bis dunkelaschblond) zu gehen bekomme ich zwar recht viele Kommentare "ach, dein blond war auch seeehr schön und soo natürlich" (... das kann man dann nicht unbedingt brauchen) und einige dachten auch, das wäre meine Naturhaarfarbe weil ich nie einen größeren Ansatz aufkommen ließ.

      Voreiner knappen Woche habe ich mit Cassia und Katam meine NHF hinbekommen und nun darf der Ansatz sein wie er will, es sieht gut und gepflegt aus, die Naturhaarfarbe "Straßenköterblond" passt nämlich eigentlich wirklich am besten zu meinem sehr hellen Teint. Die Natur hat sich ja etwas dabei gedacht ....

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  6. Blondierung ist Haarmord - richtig.

    Allerdings ist die Behauptung, daß man, wie du sagst, damit "nur ein gelbes nicht schönes Blond erzielt" Schwachsinn.

    Gelbes Blond wird nicht umsonst "Polen-Blond" genannt, denn es entsteht, wenn unwissende Amateure, nicht nur in Polen, sich Blondierungen für die Heimanwendung kaufen, weil günstig, und damit eben meist nur ein Gelbblond erzielen weil die Blondierung nicht individuell angepasst werden kann in einem Drogerie-Färbeprodukt.
    Und eine Blondierung die sowohl für Blondhaarige als auch Schwarzhaarige gleichermassen geeignet sein soll...................dabei kann nichts Gutes rauskommen.

    Damit ein schönes Blond entsteht ist es besser einen Fachmann ranzulassen, dann funktioniert das auch
    "In allen natürlichen Haarfarben ist ein rotes Pigment vorhanden" - stimmt ausser bei schwarzen Haaren oder von Natur aus aschlonden Haaren. Eine Blondierung wird gelb, wenn die Blondierung zu früh von den Haaren entfernt wird und somit die roten Pigmente noch nicht komplett abgebaut wurden. Also ein Anwendungsfehler und ich spreche hier nur von professionellen Friseur-Blondierungen, Heimblondierungen ergeben nie ein gutes Ergebnis.
    Jedes Haar reagiert allerdings anders. Bei manchen Haaren können die Rotpigmente nicht zufriedenstellend abgebaut werden - das sind allerdings Ausnahmen.

    Ich selbst habe sehr viele Rottöne im Haar, meine Farbe ist Goldblond und meine Haare sind sehr dünn aber ich habe viele davon. Ich habe seit 25 Jahren blonde Strähnen und taillenlanges Haar. Warum?
    1. Weil ich nur einmal im Jahr zum Friseur gehe zum Strähnen machen.
    2. Beim Nachblondieren immer nur die Ansätze gemacht werden.
    3. Ich mein Haar vorbildlich pflege.
    4. Ich eine hervorragende Friseurin habe, die meine Haare so schonend wie möglich
    behandelt
    Meine blonden Strähnen sind ein sehr schönes Aschblond. Bekommt allerdings auch nicht jeder Friseur hin.

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  7. Ich persönlich denke blonde Strähnen sind nicht so das Problem, so lange man sie sehr sehr selten macht und diese beim Friseur machen lässt bzw.Selbst gewisse Erfahrung hat.. Ich habe mir in meiner Teenager Zeit die Haare jedoch komplett, Komplett blond gefärbt! Es war schrecklich, zumindest im Nachhinein betrachtet, wenn ich mir so alte Fotos anschaue.. Ich bin aber irgendwann auf Strähnchen umgestiegen, das sah immer sehr gut aus, bloß wusste ich damals nicht wie sie richtig zu pflegen sind.. Das war noch zu meinen Zeiten vor dem LHN und Co. Jetzt lasse ich die strapazierten Haare erstmal in Ruhe und lasse alles gefärbte rauswachsen, es ist schon 6 Jahre her dass ich meine NHF das letzte mal hatte.. Im Sommer werden sie ja auch wieder etwas heller, ich habe nämlich das Glück rotblonde Haare zu haben, sodass man den Ansatz kaum sieht. Er geht mittlerweile schon über die Ohren. Ob ich jemals wieder färben werde.. Wahrscheinlich wenn sie grau werden, aber das ist noch lange hin.

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